ANGST VOR DEM ZAHNARZT


Grundlagen über die Oralphobie



Statistiken über die Angst vor dem Zahnarzt sind Mangelware. Das Institut der Deutschen Zahnärzte hat 1989 in einer Umfrage erhoben dass rund 75% aller Deutschen Bundesbürger leichte Angst vor dem Zahnarzt haben. 5% der Befragten vermeldete keine Angst vor dem Zahnarzt zu haben. Die restlichen Befragten gaben an, große Angst vor dem Zahnarzt zu verspüren.

An sich ist es nachvollziehbar, dass niemand wirklich gerne zum Zahnarzt geht. Die Unwissenheit was einen erwartet ist nur ein Aspekt. Allerdings muss hier ein Trennstrich zur oralen Phobie gezogen werden. Sobald sich dieses Unwohlsein dadurch äußert, dass der Besuch beim Zahnarzt um jeden Preis vermieden wird und sogar versucht wird, Schmerzen und Symptome zu ignorieren, sollten die Alarmglocken laut klingen!

Die Konsequenzen für die Lebensqualität des Betroffenen sind enorm. Je weiter der Verfall des Kauapparates vorangeschritten ist, desto extremer die Einschränkungen. Im fortgeschrittenen Stadium passen diese Patienten sogar die Art der zu sich genommen Nahrung dem Zustand des Gebisses an. Damit es nicht soweit kommt, sollten Betroffene so rasch wie möglich Hilfe in Anspruch nehmen. Eine Option für Hilfe sind in erster Linie Freunde, Bekannte oder Familie. Zudem ist auch denkbar eine Therapie zu beginnen in welcher die Angst aufgearbeitet wird. Am Anfang ist es für Patienten ziemlich schwer sich der Angst zu stellen und darüber zu reden. Langfristig führt jedoch kein Weg daran vorbei wenn man daran interessiert ist, durch ein gesundes Gebiss eine erhöhte Lebensqualität zu besitzen.

Warum haben Leute Angst vor dem Zahnarzt? Diese Frage lässt sich nur schwer klären. Es wird angenommen dass die Gründe meist in der Kindheit zu suchen sind. Die erste Erfahrung mit dem Zahnarzt ist meist wegweisend für das ganze Leben. Daher ist es von immenser Bedeutung, Kindern den ersten Besuch beim Zahnarzt als etwas nützliches und vor allem wichtiges näherzubringen. Zudem können negative Erzählungen von Freunden und Bekannten die eigene Phobie intensivieren. Wenn man Leute befragt, wovor sie sich eigentlich am meisten fürchten, bekommt man abermals zum Teil sehr verschiedene Antworten. In den meisten Fällen ist es nicht ein Faktor, sondern ein Mix aus vielen verschiedenen Ängsten der die orale Phobie auslöst.

[LINKS ZU VERSCHIEDENEN ÄNGSTEN]
- Schamgefühle
- Angst vor Panikattacken
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Wie erkennt man Personen mit einer Angst vor dem Zahnarzt?

Zumeist sind Personen mit einer oralen Phobie nicht in der Lage sich selbst aus dieser Situation zu befreien. Als Freund, Familienmitglied oder Bekannter kann man versuchen, das Eis zu brechen um diesen Menschen zu helfen. Dafür muss man allerdings in der Lage sein, zu erkennen ob eine Person ein potentieller Angstkandidat ist.

Den meisten Leuten, die Angst vor dem Zahnarzt haben, ist der Zustand ihrer Zähne extrem peinlich. Diese Menschen werden versuchen, alles daran zu setzen, diesen Zustand zu vertuschen. Ein Lächeln oder herzhaftes Lachen wird man vergeblich suchen. Zudem ist es wahrscheinlich dass diese Personen Gesprächsthemen, welche um Zähne oder den Zahnarzt kreisen, am liebsten ausweichen. In besonders schlimmen Fällen kann es hier sogar dazu kommen, dass die Person errötet oder ihr die Schweißperlen ins Gesicht schießen.


Wie äußert sich eine orale Phobie beim Zahnarzt?

Ein allgemeines Unwohlsein, zitternde Hände, ein erhöhter Puls und starke Transpiration sind einige der Indikatoren für eine Angst vor dem Zahnarzt. Je nach Intensität der Angst kann es auch zu Krämpfen, Erstickungsgefühlen oder Brechreiz kommen. Hinzukommen bei manchen Patienten auch Schmerzen im Bereich der Brust, Panikattacken und eine Angst vor der Hilflosigkeit im Zahnarztstuhl.

Es ist unbedingt notwendig, über die eigenen Ängste mit dem Zahnarzt zu sprechen. Um eine reibungslose Behandlung zu ermöglichen empfiehlt es sich ein ausführliches Gespräch zu führen in welchem man über seine Sorgen und Ängste spricht.



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Nervosität vor dem Zahnarzt - was tun?



In den meisten Fällen beginnt die Nervosität bereits einige Tage vor der eigentlichen Behandlung. Ein allgemeines Unwohlsein, Schlafstörungen und andere Unannehmlichkeiten deuten auf den Zahnarztbesuch hin. Um dem Patienten zumindest etwas Schlaf zu ermöglichen können Zahnärzte beruhigende Tabletten oder leichte Schlafmittel verschreiben. Zudem besteht die Möglichkeit kurz vor dem Zahnarzttermin ein Beruhigungsmittel einzunehmen. Dieses soll die Nervosität vor der eigentlichen Behandlung lindern. Hier gilt es jedoch zu beachten dass man in diesem Zustand unter keinen Umständen ein Kraftfahrzeug in Bewegung setzt!

Ist die Angst vor dem Zahnarzt heilbar?




Ja, es ist möglich Patienten von dieser Angst zu befreien. In Zeiten wo es möglich ist Flugangst, Platzangst und andere Phobien zu behandeln, kann man selbstverständlich auch gegen die Angst vor dem Zahnarzt ankämpfen. Zum einen besteht die Möglichkeit, dies mithilfe eines Zahnarztes zu machen der sich auf Angstpatienten spezialisiert hat. Zum anderen besteht auch die Möglichkeit einen Psychologen zu konsultieren, welcher Erfahrungen auf diesem Gebiet hat. Dieser ist auch in der Lage, den eigentlichen Grund der Phobie zu analysieren und zu bekämpfen. Zudem empfiehlt sich, sich einige Entspannungstechniken anzulernen, welche es ermöglichen, entspannter zum Termin der Behandlung zu erscheinen.




Verschiedene Formen der Therapie



Angstpatienten neigen dazu vor ihren Ängsten zu flüchten und schlittern hierdurch in einen Teufelskreis. Dadurch dass sie keine professionelle Hilfe bekommen verschlechtert sich der Zustand ihres Gebisses, was in weiterer Folge dazu führt dass die Lebensqualität leidet und früher oder später auch Schmerzen auftreten. Gerade dann wäre es unbedingt notwendig einen Zahnarzt aufzusuchen - allerdings verhindert die Phobie eben dieses.

Die wenigsten Angstpatienten schaffen es, sich selber aus dieser Situation zu helfen. Daher benötigt es in den meisten Fällen die Unterstützung externer Leute um die Betroffenen von ihrer Phobie zu befreien. Die Aufarbeitung der eigenen Ängste ist ein Prozess und zumeist der vielversprechendste. Sollte man diesen Schritt wagen, ist ratsam sich professionelle Unterstützung zu sichern. Laienpsychologie mag in anderen Bereichen ganz nützlich sein, in der Bekämpfung von der Oralphobie kann hier jedoch enormer Schaden angerichtet werden.

Viele Patienten versuchen sich auf verschiedene Art und Weise die nötige Ruhe vor dem Zahnarztbesuch zu verschaffen. Hierbei kommt ein breit gefächertes Arsenal an Hilfsmitteln zum Einsatz. Alkohol, Beruhigungsmittel, Tabletten, welche jedoch haben eines gemeinsam haben: Sie bekämpfen lediglich das Problem und nicht die Ursache. Um langfristig erfolgreich zu sein empfiehlt sich die Behandlung durch einen Psychologen. Diese Experten können im optimalen Fall innerhalb von wenigen Wochen die Angst auf einen erträgliches Niveau senken beziehungsweise gänzlich eliminieren.

Die Therapie sollte zwei wichtige Elemente umfassen. Zum einen sollte versucht werden die Quelle der Angst zu analysieren um die richtigen Therapiemaßnahmen in die Wege leiten zu können, zum anderen sollte Patienten beigebracht werden, sich selber zu entspannen. Dies ist insofern wichtig als das es dem Patienten die Möglichkeit gibt, seinen Gefühlszustand während der eigentlichen Behandlung zu steuern. Damit sich der Erfolg der Behandlung auch langfristig einstellt bedarf es vor allem einer Sache: die Denkweise des Patienten über den Besuch beim Zahnarzt muss im Kern eine positive sein. Jedes Gefühl der Angst ist hier fehl am Platz und sollte im Rahmen der Therapie behandelt werden.

Weiters empfiehlt sich die Therapie in mehrere Phasen zu unterteilen. Neben einer Vorbehandlung und der eigentlichen Therapie sollte auch genügend Zeit einberaumt werden für eine etwaige Nachbehandlung.



Konfrontationstherapie



Die Konfrontationstherapie ist eine psychotherapeutische Intervention. Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Formen der Konfrontationstherapie:

# in vivo - hier wird der Patient direkt mit einer Angstsituation konfrontiert

# in sensu - bei dieser Form beschränkt sich die Konfrontation auf eine rein mentale

Bei der Bekämpfung von Zahnarztangst hatt es sich bewährt eine Kombination aus beiden Formen anzuwenden. Es gilt den Patienten langsam an die Behandlung zu gewöhnen und ihm zu zeigen dass seine Angst überwindbar ist.

Die Therapie teilt sich in drei Teile:

#Initialgespräch

Hier wird die individuelle Situation des Betroffenen abgeklärt, der Betroffene schildert seine Ängste und es wird in weiterer Folge ein Therapieplan fixiert, der den Wünschen und Anforderungen des Patienten angepasst ist.

#Therapie

Die Dauer ist variabel, jedoch reicht in den meisten Fällen ein Zeitraum von wenigen Wochen um den Betroffenen auf die Konfrontation mit seiner Zahnarztangst vorzubereiten. Dieser soll mittels spezieller Übungen, welche aufeinander aufbauen, einen persönlichen Zugang zur Konfrontation erhalten.

#Konfrontation

Dies ist der finale und abschließende Punkt der Konfrontationstherapie. In den meisten Fällen werden sowohl der Psychologe also der Patient gemeinsam bei der Behandlung anwesend sein. Diese Unterstützung gibt dem Betroffenen das Gefühl nicht alleine zu sein und während dem Eingriff Rückhalt zu genießen. Es ist empfehlenswert den behandelnden Zahnarzt vorab zu informieren dass die eigentliche Konfrontation bevorsteht. Diese erlaubt es ihm, mehr Zeit einzuplanen und hierdurch einfühlsamer zu Werke gehen zu können.

Das eigentliche Ziel der Therapie ist ein Umgewöhnungsprozess. In diesem soll der Patient erkennen dass der Besuch beim Zahnarzt etwas harmloses ist. Es soll ihm auch gelingen die Furcht abzulegen und in weiterer Folge in Zukunft aus eigener Initiative den Gang zum Zahnarzt zu wagen. Wissenschaftliche Studien haben ergeben das rund 75% der Patienten einer Konfrontationstherapie auf lange Sicht in der Lage sind, die Angst vor den Zahnarzt abzulegen. Interessant ist an dieser Stelle dass viele Krankenkassen gewillt sind einen Teil beziehungsweise die kompletten Kosten für die Konfrontationstherapie zu übernehmen.

Verhaltenstherapie, kognitive



Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt und gilt heute unter Psychologen als effektives Mittel gegen Depressionen, Phobien und Panikattacken.

Das Ziel ist es dem Betroffenen einen Spiegel vorzuhalten in dem sie ihr eigenes Verhalten im Hinblick auf die Angst vor den Zahnarzt erkennen können. Um dies zu erreichen, ist es von Notwendigkeit sich und seine Gedanken unter Kontrolle zu haben. Ein weiterer Leitsatz dieser Form von Therapie ist: Negative Verknüpfungen sollen durch rationale ersetzt werden.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine recht umfangreiche Behandlungsvariante in der verschiedene Prozesse wie jene des Begreifens, Erkennens und Wahrnehmens gebündelt sind.

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Zahnarztangst bei Kindern



Die Behandlung von Zahnarztangst bei Kindern unterscheidet sich in vielen Punkten von jener bei Erwachsenen. Dadurch dass Kinder noch über wenig Erfahrung in dieser ungewohnten Umgebung verfügen, hat der Besuch beim Zahnarzt in den meisten Fällen etwas beängstigendes für die Kleinen auf sich. Jedes Geräusch, jeder Geruch und jedes Wort von Zahnarzt sind ein Novum. Diese externen Reize werden vom Kind viel intensiver erlebt und setzen sich im Unterbewusstsein fest. Im Falle von negativen Erlebnisse kann dies im späteren Leben einer richtige Zahnarztphobie werden.

Die Kleinen sind meist nicht in der Lage Erlebtes alleine zu verarbeiten, weshalb sie eine helfende Hand an ihrer Seite benötigen.
Und dies zu gewährleisten sollte Mama oder Papa an ihrer Seite stehen. Dieses schützende Element gibt Rückhalt und erlaubte in Phasen der Angst die körperliche Nähe der Eltern. Gelegentliches Kopfstreicheln oder ein zärtlicher Händedruck sind einige Wege um die Angst zu lindern.

Kinder benötigen ein erhöhtes Maß an Zuneigung um Vertrauen zu gewinnen. Daher sollte man den Zahnarztbesuch als solchen dem Kind nicht nur von der sachlichen Ebene näher bringen. Es ist durchaus in Ordnung dem Ganzen einen verspielten Charakter zu geben. Dadurch bekommt die Behandlung kindliche Züge was die meisten Kinder mit Wohlwollen quittieren. Gerade bei ängstlichen Kindern sollte man das Gespräch abseits der Zähne suchen und beispielsweise Themen wie den letzten Urlaub oder die Schule anschneiden.

Wie auch Erwachsenen sollte jeder Schritt der bevorsteht dem Kind erklärt werden. Erst wenn es sich aus eigenen Stücken zur Behandlung bereiterklärt fallen die inneren psychologischen Barrieren. Gerade in jungen Jahren ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit bei Kindern etwas gegen ihren Willen durchzuführen ohne auf erbitterten Widerstand zu treffen.

Zudem gilt es zu beachten dass das Kind nicht mit dem Vokabular der Zahnarztpraxis vertraut ist. Daher empfiehlt sich auch hier zu versuchen sämtliche Behandlungsschritte in eine Kind gerechte Form zu verpacken damit die Kleinen verstehen was als nächstes geschieht. Hier sollte man sich nicht scheuen die Behandlung in eine zu packen. Die meisten Kinder sind in der Lage selbst komplexe Behandlungsschritte nachzuvollziehen wenn sie ihnen auf eine Weise dargebracht werden, welche ihre Fantasie beflügelt.


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