PANIKATTACKEN BEIM ZAHNARZT

Panikattacken beim Zahnarzt


Manche Leute fallen beim Gedanken an einen Zahnarzt zu in einen regelrechten Ausnahmezustand. Schweißausbrüche, Weinkrämpfe und ähnliche Unmutsäusserungen sind bei diesen Patienten an der Tagesordnung. Was ist die Ursache dieser Reaktion? Eine Theorie ist, dass diese Kategorie von Patienten ihre Ängste unterdrückt und hierdurch nur verstärkt. Die beste Möglichkeit, diese Angst in den Griff zu bekommen ist, indem man seine Gefühle nicht versteckt sondern akzeptiert. Dies führt in den meisten Fällen dazu, dass die Angst etwas abebbt.

Ein weiterer Weg die eigenen Ängste zu bändigen ist sich der folgenden Tatsache bewusst zu sein: ein Zahnarztbesuch mag vielleicht unangenehm sein, ist aber keineswegs etwas das einem Schaden zufügt. Ganz im Gegenteil, der Besuch eines Zahnarztes hat etwas präventives und beugt etwaigen unangenehmen Überraschungen vor. Zudem sollte man sich bewusst sein, dass eine Behandlung jederzeit auf eigenen Wunsch abgebrochen beziehungsweise pausiert werden.

Ein Zahnarzt sieht im Laufe seiner Karriere tausende Patienten und behandelt Abertausende Fälle. Man kann mit Gewissheit annehmen dass Zahnärzte eine gewisse Expertise haben und ein gewisses Feingefühl für ängstliche Patienten entwickelt haben. Ein Zahnarzt erkennt im Normalfall einen Angstpatienten und richtet seine Aktionen dementsprechend aus. Im Zweifelsfalle liegt es an Patienten, seine Ängste und Gefühle auszusprechen und sich hiermit zu vergewissern das eine Kommunikationsebene existiert.

Es kann auch hilfreich sein, sich in die Position des Zahnarztes zu versetzen. Was würden Sie tun, wenn ein Patient, dem die Angst ins Gesicht geschrieben steht, ihre Ordination betritt? Wie würden Sie ihm entgegen, wie würden Sie ihn behandeln? Die wenigsten Zahnärzte würden an dieser Stelle Gleichgültigkeit zeigen und sich aller Voraussicht nach der Situation anpassen.

Sollten Sie mit der Behandlungsweise eines Arztes nicht zufrieden sein, so steht es ihnen jederzeit frei, die Behandlung abzubrechen und einen anderen Zahnarzt aufzusuchen. Hier sollten Sie sich keinen falschen Schuldgefühlen hingeben - sie sind der Patient und es geht um ihren Körper. Daher entscheiden auch sie, wer auf welche Art und Weise an ihnen Hand anlegen darf.

Oft ist es so, dass Patienten denken Sie müssen die Rolle des optimalen Patienten einnehmen. Diese Erwartungshaltung erzeugt Druck, welcher über kurz oder lang das Gefühl der Angst intensiviert. Dies heißt jedoch nicht, dass man einen Freibrief hinsichtlich schlechter Manieren hat - Der einzige richtige Weg ist jener der Kooperation und Kommunikation. Lediglich wenn beide Seiten miteinander kommunizieren ist es möglich, die Ängste auszuräumen.

Aggressives Verhalten ist ebenso fehl am Platz. Ein jeder Mensch, sei er Zahnarzt oder nicht, wird sich über kurz oder lang gegen eine aggressive Art zur Wehr setzen. Man kann die eigenen Wünsche selbstverständlich zum Ausdruck bringen, dies sollte jedoch stets freundlich und bestimmt stattfinden. Versetzen Sie sich abermals in die Position des Zahnarztes: was würden Sie tun, wenn ein Patient ständig nörgelt, jammert und vor allem alle möglichen Dinge verlangt? Wie vorher erwähnt, gilt es auch hier eine Balance zu finden, welche die effiziente Durchführung der Behandlung ermöglicht. Sollte ein Patient mit etwas nicht einverstanden sein, so ist es seine Pflicht dies kundzutun.

In der Praxis ist aggressives Verhalten der Patienten eine Ausnahmeerscheinung. Ein viel größeres Problem ist für die Zahnärzte das die meisten Patienten verängstigt im Zahnarztstuhl verharren und zumeist nicht über ihre Ängste und Sorgen sprechen.

Die Kommunikation muss nicht zwingender Weise mündlich erfolgen. In der heutigen Zeit ist es kein Problem dem Zahnarzt vor der Behandlung eine E-Mail zu schicken in welcher man seine Sorgen kundtut. Man sollte sich jedoch vergewissern dass der Zahnarzt diese auch bekommen und vor allem gelesen hat. Dies mag für manche vielleicht lächerlich klingen, aber für manch andere Person ist es leichter, über die eigenen Ängste zu schreiben als darüber zu sprechen. Den meisten Zahnärzten ist es lieber, sie erfahren auf diesem Wege über die Wünsche des Patienten als dass sie sich als Gedankenleser versuchen müssen um zu eruieren welche Ängste die Person möglicherweise plagen.

Ein Arzt ist nicht in der Lage zu erahnen ob ein Patient sich vor Spritzen, dem Bohrer, dem Geruch in der Praxis oder anderen Dingen fürchtet. Lediglich wenn die Kommunikation aufgebaut ist kann der Zahnarzt gegen diese Ängste aktiv entgegensteuern.

Es ist vollkommen gleichgültig, welche Sorge einem Patienten am Herzen liegt - so lange der Zahnarzt nichts davon weiß, kann er auch nichts in die Wege leiten, um diesen Missstand zu beseitigen. Daher ist die Kommunikation zwischen Patienten und Zahnarzt das Nonplusultra einer erfolgreichen Behandlung.

Es ist zudem in Fehler, davon auszugehen das andere Patienten keine Ängste vor dem Zahnarzt haben. Der eigentliche Unterschied ist die Intensität sowie die Art der Angst. Die meisten Probleme und Ängste sind relativ schnell gelöst, wenn die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten stimmt. Sei es mittels modernster Technik oder die einfühlsame Art und Weise wie der Zahnarzt mit den Patienten umgeht - es gibt viele Wege die zum Ziel führen. Man sollte auch nicht ins romantische Ideal verfallen das jeder Zahnarzt ein gleiches Maß an Empathie und Einfühlungsvermögen besitzt. Sollte einem der Stil und die Arbeitsweise eines Zahnarztes nicht zusagen, so ist es im beiderseitigen Interesse vernünftiger, sich nach einem neuen Dentisten umzusehen.

Wenn die größte Sorge darin besteht, während der Behandlung eine Panikattacke zu erleben, gilt es besondere Vorkehrungen zu treffen und dem Arzt eine reibungslose Behandlung zu ermöglichen. Es ist nicht ohne weiteres möglich jeden Eingriff abrupt zu beenden. Daher sollte man gewisse Details im Vorhinein besprechen um den Erfolg der Behandlung nicht zu gefährden.

Einerseits ist es möglich, sich ein Zeichen oder Signal auszumachen welches die ansteigende innere Unruhe signalisiert. Verständlicherweise macht wenig Sinn dies ein Wort sein zu lassen. Eine Möglichkeit wäre es, sich ein Handzeichen zu überlegen oder mittels dem Blinzeln der Augen die ersten Anzeichen einer Panikattacke zu signalisieren. In den meisten Fällen reicht einem Patienten eine kurze Pause aus um abermals zur Ruhe zu gelangen. Allerdings ist es zudem möglich sich zu überlegen ob man eventuell diverse Entspannungstechniken in die Behandlung integrieren will.

Speziell bei Patienten mit Panikattacken empfiehlt es sich einen Zahnarzt zu konsultieren, welcher Erfahrungen mit Angstpatienten besitzt.

Zudem wäre es ratsam den eigentlichen Grund der Panikattacken zu eruieren. Um dies zu bewerkstelligen, könnte man einen Psychologen konsultieren.